Posttraumatische Belastungsstörung
Eine Posttraumatische Belastungsstörung
kann prinzipiell in jedem Lebensalter entstehen. Auslöser ist/sind ein Ereignis
oder regelmäßige Ereignisse, die so bedrohlich sind, dass sie die individuelle
Bewältigungsmöglichkeiten des Einzelnen übersteigen, mit Gefühlen von
schutzloser Preisgabe und Hilflosigkeit einhergehen und so eine dauerhafte Erschütterung
von Selbst- und Weltbild bewirken.
Die Ereignisse, die eine
Posttraumatische Belastungsstörung auslösen können, sind in der Regel das
Erleben von direkter oder indirekter Gewalt. Formen der direkten Gewalt sind
unter anderem gewalttätige Überfälle, Vergewaltigung, Folter, Geiselnahme,
schwere Unfälle, Katastrophen, Kriege und sexuelle
Traumatisierung in der
Kindheit sowie lebensbedrohliche Erkrankungen. Von indirekter Gewalt spricht
man, wenn Menschen Zeugen von schwerwiegender Gewalt werden. Dies betrifft häufig
Menschen, die im beruflichen Umfeld mit Gewalt konfrontiert sind, wie zum
Beispiel Angehörige der Polizei, der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und
von Rettungsdiensten. Die meisten Menschen, die traumatischen Belastungen ausgesetzt waren, sind fähig, ihr Leben fortzuführen, ohne ständig von Erinnerungen an das Geschehen verfolgt zu werden und eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass das Geschehene keine Spuren hinterlassen hat. Nach einem traumatischen Ereignis sind die meisten Betroffenen von diesem Erlebnis in hohem Maße in Anspruch genommen; unerwünschte, sich aufdrängende Erinnerungen stellen eine normale Reaktion auf bedrohliche Erfahrungen dar. Dieses wiederholte Auftreten der schlimmen Erinnerungen dient der Funktion, die mit dem Trauma assoziierten (zusammenhängenden) Gefühle zu modifizieren (ordnen) und führt in den meisten Fällen zur Toleranz bezüglich des Inhalts der Erinnerungen. Einige Menschen sind jedoch nicht in der Lage, die schrecklichen Erfahrungen zu integrieren und beginnen die spezifischen Muster der Vermeidung und der Übererregung zu entwickeln, die mit der Posttraumatische n Belastungsstörung in Verbindung gebracht werden.
Was Personen, die eine
Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, von Personen, die nur zeitweilig
belastet sind, unterscheidet, ist, dass sie beginnen, ihr Leben um das Trauma
herum zu organisieren. Daher ist es die Beharrlichkeit der belastenden
Erinnerungen und nicht die direkte Erfahrung des Traumas selbst, die als
treibender Faktor hinter der physiologischen und psychologischen Dimension der
Posttraumatisch 2. Symptome einer
Posttraumatisch
Typische Merkmale einer
Posttraumatisch
Die
Reaktivierung kann durch vielfältige Art und Weise erfolgen: Durch Geräusche,
durch Gerüche, durch Ähnlichkeiten mit Tätern, z.B. durch Stimmen oder Gesten
des Gegenübers und vieles andere mehr. Traumatisierte mit einer
Posttraumatisch
Bei
dissoziativen Flashbacks erleben Patienten und Patientinnen häufig qualvolle Ängste
aus lebensbedrohlicher Not oder schmerzende Körperempfindungen, ohne das
traumatisierende Ereignis direkt erinnern zu können. Dies ist Folge der gestörten
Hippokampusfunktion, das ein episodisches Erinnern verhindert. Intrusionen können
sich steigern bis zu quälenden Hypermesien, also nicht abschaltbaren
Erinnerungen, die fast ständig präsent sind oder leicht angetriggert werden können.
Andererseits erleben Traumatisierte mit
Posttraumatisch Weitere typische Symptome von Menschen mit einer Posttraumatische n Belastungsstörung sind:
Um
sich zu schützen, finden wir bei traumatisierten Menschen häufig ein ausgeprägtes
Vermeidungsverhalten, Gespräche, Orte, die an das Trauma erinnern könnten,
werden vermieden, bis hin zum sozialen Rückzug.
Angst
und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert
und Suizidgedanken sind nicht selten. Drogeneinnahme oder übermäßiger
Alkoholkonsum könnten als komplizierende Faktoren hinzukommen. Die
Posttraumatische Belastungsstörung folgt dem Trauma mit einer Latenz, die
Wochen bis Monate, manchmal auch Jahre dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft
und unter anderem durch folgende Aspekte mitbestimmt:
▼
Merkmale der traumatischen Situation: Schwere und Dauer, Ausmaß des erlebten
Als
weitere Folge z. B. nach Traumatisierung in der Kindheit (s. a.
Trauma)
in Form jahrelanger sexueller Ausbeutung finden wir häufig Persönlichkeitsstörungen
als Posttraumatische Belastungsstörung. Verschiedene Studien belegen, dass bei
60% bis 85% von Menschen, die eine
Borderline-Störung
haben, sexuelle Gewalt in der Kindheit erlebt wurde. Patientinnen mit schweren
dissoziativen
Identitätsstörung bzw. multiple Persönlichkeiten sind zu über
90% in der Kindheit sexuell ausgebeutet worden. Viele körperlich Misshandelte
lernen mental aus ihrem Körper auszusteigen, neben sich zu treten, um möglichst
wenig zu durchleiden. Diese Form der Dissoziation nennt man Depersonalisation
und stellt den Versuch einer kreativen Lösung dar, um eine unerträgliche
Realität durch Veränderung der Wahrnehmung zu ertragen.
Wir
finden bei Menschen mit
Posttraumatische
r
Bei
den meisten Menschen mit
Posttraumatische
r Opfer
sexueller Gewalt können später Sexualität häufig nicht oder nur entfremdet
erleben. Sexualität wurde ausschließlich als Bemächtigung und Gewalt erlebt,
bedeutete auch Aufopferung und manchmal Beruhigung des Täters. Auch
Prostitution ist häufig Folge von sexueller Traumatisierung in der Kindheit,
Schätzungen besagen, dass ca. 90% der Prostituierten in der Kindheit sexuell
traumatisiert worden sind. Bei
vielen sexuell Traumatisierten finden wir Symptome wie Druckgefühl auf der
Brust, Würgereize, Asthma, Hyperventilation, Husten und Ähnliches. Auslöser
dafür sind oft in der Vergangenheit erlebte orale Vergewaltigungen, in denen
die Opfer gleichzeitig gewürgt wurden oder während dessen ihnen der Mund
zugehalten wurde.
Viele
der sexuell traumatisierten Menschen mit
Posttraumatische
r Belastungsstörung
leiden zudem unter Essstörungen, die mit Übelkeit und Erbrechen, mit Kloßgefühl
im Hals, bis hin zur Ausbildung einer
Anorexia nervosa oder
Bulimie einhergehen.
Viele klagen über unerträglichen Ekel als Folge von oraler Vergewaltigung in
frühester Kindheit. Wir verstehen die
Essstörung mit der Verweigerung von
Lebensmitteln als einen Akt der Selbstbestimmung in einem System von allgemeiner
Hilflosigkeit und Auslieferung.
Häufig
finden wir bei Patientinnen und Patienten mit
Posttraumatische
r Belastungsstörung
chronische Schmerzzustände, die alle Körperregionen betreffen können. Oft
sind der Kopf und der Rücken betroffen. Viele entwickeln eine Medikamenten-
oder Alkoholabhängigkeit. Wir finden auch Zwangserkrankungen, wie etwa
Kontroll- und Waschzwänge oder psychogene Lähmungen, bis hin zur zeitweiligen
Notwendigkeit eines Rollstuhls.
Bei
Menschen mit Posttraumatische
r Belastungsstörung
bestehen praktisch immer Schlafstörungen, dies können sowohl Ein- sowie auch
Durchschlafstörungen sein.
Die
Symptome der
Posttraumatische
n
3. Unser Therapiekonzept und Behandlung
der
Posttraumatische
n Bei
der traumatherapeutischen Behandlung hat sich aus unserer langjährigen
Erfahrung die Arbeit in Gruppen bewährt. Die Gruppen erleichtern es den
Teilnehmern und Teilnehmerinnen schambesetzte Themen wie Hilflosigkeit,
Handlungsunfähigkeit, Angst und Unsicherheit anzusprechen und im Austausch mit
anderen Gruppenmitgliedern z.B. das Bild eigener Handlungsunfähigkeit und
Unsicherheit im Alltag zu überprüfen und Strategien im Umgang mit dem Erlebten
zu erarbeiten. Hinzu kommt die Tatsache, mit seinen Symptomen nicht alleine zu
sein, sondern unter ebenfalls Betroffenen Verständnis und Empathie zu erfahren
und zu erleben, dass die entwickelten Krankheitssymptome normale Reaktionen auf
ein unnormales, traumatisches Ereignis sind.
Dies
gilt besonders für Angehörige der Polizei und Feuerwehr oder anderen helfenden
Berufen. Hier wird die Ausbildung einer
Posttraumatisch In der Einzelgesprächstherapie können die Themen der Gruppe vertieft oder ergänzt werden.
Zum
theoretischen Ansatz der Traumatherapie: Die
eigentliche Traumatherapie erfolgt in drei Phasen: Die
erste Phase, auch Stabilisierungsphase genannt, dient hauptsächlich der Ich-Stärkung
und der Erarbeitung eines psychotherapeutischen Basisvertrauens, das ein
empathisches Auffangen von Belastungen in der therapeutischen Arbeit ermöglicht
und dem Auffinden eigener Fähigkeiten und Kompetenzen dient
(ressourcenorientierter Ansatz). Während der Stabilisierungsphase werden den
Patienten stützende Techniken vermittelt (stabilisierende Imaginationsübungen
wie sicherer innerer Ort, innere Helfer usw.), um dem Patienten das Gefühl der
Eigenkontrolle und der eigenen Handlungskompetenz zurückzugeben.
Besonders
bei Patientinnen und Patienten mit komplexer
Posttraumatische
r In
der zweiten Phase der Therapie der Posttraumatisch Die
dritte Phase der Therapie der Posttraumatisch 4. Unsere Therapiemethoden bei der
Posttraumatische n Belastungsstörung: Bei
Aufnahme erfolgt zunächst die psychotherapeutische Anamnese und Diagnostik
durch eine ärztliche oder psychologische Psychotherapeutin und die körperlich-medizinische
Diagnostik durch einen Arzt /eine Ärztin. Mit
allen Patienten und Patientinnen wird ein auf die Bedürfnisse des Einzelnen
abgestimmter Therapieplan erstellt. Das Therapieangebot umfasst regelmäßige
Einzel- und Gruppengespräche (ich-strukturell modifizierte Gruppentherapie,
mit verhaltenstherapeutischen Elementen), Bewegungs-/Körpertherapie, Mal-,
Werktherapie oder Kunsttherapie und verschiedene Entspannungsverfahren
(Progressive Muskelrelaxation nach Jakobson, Atemtherapie, EMG-Biofeedback und
Atembiofeedback). Die
körperliche Behandlung erfolgt je nach Indikation. Darüber
hinaus stehen die physikalischen Therapiemethoden (Physiotherapie, Heilbäder,
Sauna, Hallenbad usw.) im Rahmen der übergreifenden Angebote der Klinik zur
Verfügung. 5. Übergeordnete Therapieziele für Patientinnen und Patienten mit Posttraumatische r Belastungsstörung
Das
übergeordnete Ziel der Therapie der
Posttraumatisch Die
Regression im stationären Setting wird begrenzt und der Schwerpunkt der Arbeit
liegt auf der Entfaltung progressiver Momente und Kompetenzen unter Zuhilfenahme
der Ressourcen der Patientinnen und Patienten. Die
individuellen Therapieziele der Patientinnen und Patienten besprechen diese
gemeinsam mit ihren Therapeutinnen und Therapeuten. 6. Nachsorge für Patientinnen und Patienten mit Posttraumatische r Belastungsstörung Um
die Kontinuität der Therapie zu erreichen, sind wir im Rahmen der Nachsorge bemüht,
ambulante Therapiemöglichkeiten, sofern notwendig, mit einzuleiten. Wir bieten
Informationen über Anlaufmöglichkeiten an, die die Patientinnen und Patienten
nach der Entlassung für sich nutzen können. Für
Patientinnen und Patienten, die über die Rentenversicherung zum stationären
Heilverfahren kommen, gibt es die Möglichkeiten der intensivierten
Rehabilitationsnachsorge (IRENA). Dies ist ein Nachsorgeprogramm, welches der
Rentenversicherungsträger in der Nähe des Heimatortes anbietet, um die
Therapieziele, die während des stationären Aufenthaltes erarbeitet wurden, im
Rahmen der Nachsorge weiter zu festigen. Wir
vertreten in der Klinik im Bereich der Psychosomatik/Psychotherapie einen
ganzheitlichen Therapieansatz, der die Balance von Körper, Seele und sozialer
Situation jedes Einzelnen berücksichtigt.
Wenn
Sie noch weitere Fragen haben, schicken Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns
einfach an, wir freuen uns auf Sie.
Mit
den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Ihre
Dr.
med. Gabriele Fröhlich-Gildhoff
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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